Der Kochsalz-Mythos Drucken
Geschrieben von: Maike Rosenzweig   

Wassereinlagerungen (Ödeme), besonders in den Beinen, treten häufig in der Schwangerschaft auf und sollten ernst genommen werden, da sie auch ein Symptom der sogenannten Gestose sein können.

Früher glaubte man, Schwangerschaftsödeme, oder auch Bluthochdruck in der Schwangerschaft, durch Ausschwemmung und salzarme Ernährung behandeln zu müssen. Dies hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt. Ich werde immer wieder von verunsicherten Frauen angesprochen, deren Hebammen oder Frauenärzte leider weiterhin eine salzarme Ernährung und Entwässerung durch "Obst-/Reistage" empfehlen. Hier ein paar Informationen zu diesem Thema.

Wie aggressiv die jeweilige Meinung zum Thema "salzarm" oder "salzhaltig" vertreten wird, kann man zum Beispiel in Foren lesen:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=2108839

Um den aktuellen medizinischen Standpunkt hier deutlich wieder zu geben:

Sowohl bei Schwangeren mit normalem Blutdruck als auch bei solchen mit schwangerschaftsinduziertem Bluthochdruck oder Präeklampsie wird eine kochsalzarme Diät abgelehnt. Die Empfehlung lautet daher: Frauen können während der Schwangerschaft ihren gewohnten Salzkonsum beibehalten. Ödeme werden dadurch nicht gefördert. (Quellen [1], [2], [3])

Informieren Sie sich bei kompetenten Hebammen oder Frauenärztinnen genau über die aktuell gültigen Empfehlungen.

Eine wichtige Institution in diesem Zusammenhang und die Quellenreferenz für diese Therapieempfehlung ist die Arbeitsgemeinschaft Gestose-Frauen e.V., bei der Sie Hintergrundinformationen und wissenschaftliche Publikationen zum Thema erhalten.

 


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Hier auch noch einige Verweise zu anderen Stellen im Internet, die sich mit dem Thema beschäftigen:

Salzarme Kost - Eine Gefahr für Mutter und Kind?

Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Beitrag der Gestose-Frauen Österreich

Forumsbeitrag Eltern.de

 


Quellen:

[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Kochsalz- und Flüssigkeitskonsum in der Schwangerschaft. DGE-Info 01/2000.
[2] Unger C. et al.: Natriumkonzentration und Präeklampsie: Ist eine Salzrestriktion sinnvoll? Z Geburtsh Neotatol 1998; 202: 97–100.
[3] Duley L., Henderson-Smart D.: Reduced salt intake compared to normal dietary salt, or high intake, in pregnancy. The Cochrane Database of Systematic Reviews 1999, Issue 3. Art. No.: CD001687.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. Januar 2011 um 09:28 Uhr